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Das kleine Foto 1 x 1 - Kameramodi P, A, S, M (Av, Tv, AUTO, SCENE)

Kameramodi P, A, S, M erklärt – Vom Automatikmodus zur Kontrolle

23 Dezember 2017

Kameramodi Blende Verschlusszeit ISO

Raus aus dem AUTO-Modus – rein in die kreative Fotografie! Wer kennt es nicht: Das Einstellrad an der Kamera mit den Buchstaben P, A, S, M – und trotzdem bleibt der Drehknopf meistens auf AUTO. Viele trauen sich nicht, davon abzuweichen. Zu kompliziert? Zu technisch? Dabei ist der Weg raus aus der Automatik der erste Schritt zu besseren und bewussteren Bildern!

Kameramodi Blende Verschlusszeit ISO

In diesem Beitrag geht es um die vier wichtigsten Kameramodi: P, A, S und M.

Warum weg von der Automatik?

Der AUTO-Modus nimmt dir alle Entscheidungen ab – aber eben auch die kreative Kontrolle. Du überlässt deiner Kamera die Wahl von Blende, Verschlusszeit und ISO. Das Ergebnis? Manchmal gut, manchmal enttäuschend – und meistens schwer reproduzierbar. Wer gezielt Bildstimmungen erzeugen oder schwierige Lichtsituationen meistern möchte, kommt um die manuellen Modi nicht herum.

Kameramodi Blende Verschlusszeit ISO

Was bedeuten P, A, S, M?

Nicht jede Kamera bietet alle vier Modi an, aber die meisten spiegellosen Kameras und DSLRs haben sie:

  • P (Programmautomatik): Die Kamera wählt Blende und Verschlusszeit automatisch, du kannst aber ISO, Weißabgleich und Belichtungskorrektur beeinflussen.
  • A (Aperture Priority / Zeitautomatik): Du bestimmst die Blende, die Kamera wählt die passende Verschlusszeit – ideal für Porträts mit unscharfem Hintergrund.
  • S (Shutter Priority / Blendenautomatik): Du legst die Verschlusszeit fest, die Kamera passt die Blende an – perfekt für Bewegungsunschärfe oder eingefrorene Action.
  • M (Manuell): Du stellst alles selbst ein – volle kreative Kontrolle, ideal mit ein wenig Übung.

Was ist mit AUTO und SCENE?

Einige neuere Kameras verzichten sogar komplett auf AUTO und SCENE, um sich klar an ambitionierte Fotograf:innen zu richten. Kompaktkameras und Smartphones hingegen bieten oft nur diese Modi. Für Einsteiger lohnt es sich beim Kamerakauf darauf zu achten, dass alle vier Modi (P, A, S, M) vorhanden sind – insbesondere, wenn man tiefer in die Fotografie einsteigen möchte.

Wer nur im AUTO-Modus fotografiert, überlässt das Ergebnis dem Zufall. Für kreative Bildideen ist es entscheidend, zu verstehen, wie Blende, Verschlusszeit und ISO zusammenwirken. Nur so lässt sich ein Bild gezielt gestalten – statt es einfach nur aufzunehmen.

Das kleine Foto 1 x 1 - Kameramodi P, A, S, M (Av, Tv, AUTO, SCENE)

Kameramodi – Programmautomatik – AUTO

Im AUTO-Modus übernimmt die Kamera die komplette Kontrolle: Blende, Verschlusszeit und ISO werden automatisch gewählt – der Fotograf hat auf diese Einstellungen keinen Einfluss mehr. Das macht den Modus praktisch für absolute Anfänger oder für schnelle Schnappschüsse, bei denen man sich um nichts kümmern will.

🟢 Vorteile des AUTO-Modus:

  • Ideal für Einsteiger
  • Schnell und unkompliziert
  • Guter Kompromiss in einfachen Lichtsituationen

🔴 Nachteile:

  • Keine kreative Kontrolle über das Bild
  • Ergebnisse oft unberechenbar
  • Schwierige Lichtsituationen überfordern die Automatik schnell

Dieser Modus ist bei allen Consumer-Kameras vorhanden. Allerdings verwende ich ihn selbst gar nicht – selbst wenn es mal schnell gehen muss. In solchen Situationen greife ich lieber zum P-Modus (Programmautomatik), weil ich dort weiterhin Einfluss auf z. B. die ISO, den Weißabgleich oder die Belichtungskorrektur habe.

💡 Meine Kameras und der AUTO-Modus:
Nur meine Nikon D600 und Sony A7RII haben den AUTO-Modus überhaupt noch. Viele höherwertige Modelle verzichten inzwischen bewusst darauf – ein Zeichen dafür, dass der Modus in der fortgeschrittenen Fotografie kaum noch eine Rolle spielt.

📷 Tipp: RAW statt JPEG – auch im AUTO-Modus!
Selbst wenn du im AUTO-Modus fotografierst, empfehle ich, das Bildformat auf RAW zu stellen. Damit hast du später in Programmen wie Adobe Lightroom deutlich mehr Spielraum, den Bildlook anzupassen – besonders in Bezug auf Belichtung, Weißabgleich und Farben.

Kameramodi – Programmautomatik – SCENE – Automatik mit Bildlook-Vorgabe

Der SCENE-Modus ist im Grunde eine erweiterte Form des AUTO-Modus. Die Kamera übernimmt weiterhin die volle Kontrolle über Belichtung, Blende, ISO usw. – jedoch mit dem Unterschied, dass der Nutzer ein bestimmtes Szenario auswählt. Je nach gewählter Szene passen sich die Kameraeinstellungen automatisch an.

📷 Typische Szenenprogramme:

  • Dämmerung
  • Nachtaufnahme
  • Sonnenuntergang
  • Porträt
  • Landschaft
  • Sport
  • u. v. m.

Diese Szenen können meist durch das hintere Einstellrad oder über das Menü ausgewählt werden. Die Kamera wählt daraufhin geeignete Einstellungen, um z. B. Farben zu verstärken oder Bewegungsunschärfe zu vermeiden – abhängig von der gewählten Szene.

📝 Hinweis: Das Bildformat (JPEG oder RAW) kann auch im SCENE-Modus manuell festgelegt werden. Ich empfehle weiterhin die Aufnahme im RAW-Format, wenn man später noch mehr Spielraum in der Bildbearbeitung haben möchte.

🔴 Warum ich den SCENE-Modus nicht verwende:

Ich nutze den SCENE-Modus überhaupt nicht, weil ich bei speziellen Bildlooks lieber gezielt im A-Modus (Blendenpriorität) oder M-Modus (manuell) arbeite. Nur so kann ich das Ergebnis wirklich selbst beeinflussen – ohne auf die Automatik der Kamera angewiesen zu sein.

Kameramodi – Programmautomatik – P Modus

Der P-Modus ist der ideale Einstieg in die kreative Fotografie und ein guter Zwischenschritt zwischen Vollautomatik und manuellen Modi. Hier werden Blende und Belichtungszeit automatisch gewählt – basierend auf der gemessenen Lichtsituation.

🛠 Was kann ich im P-Modus einstellen?
Du kannst – meist über das hintere Einstellrad – zwischen verschiedenen Kombinationen aus Blende und Verschlusszeit wählen. Die Kamera sorgt dabei immer für eine korrekt belichtete Aufnahme, du entscheidest aber, ob du z. B.:

  • eine offene Blende mit kurzer Belichtungszeit (für geringe Schärfentiefe),
  • oder eine geschlossene Blende mit längerer Belichtungszeit (für mehr Tiefenschärfe)

haben möchtest.

📉 Belichtungskorrektur möglich!
Ein großer Vorteil des P-Modus ist die Belichtungskorrektur. Damit kannst du gezielt Einfluss auf die Helligkeit nehmen – unabhängig von der Automatik. Die Korrektur erfolgt in Blendenstufen (EV):

  • +1,0 EV → doppelt so hell wie die Kamera vorschlägt
  • –1,0 EV → halb so hell

🔧 Manuell zugängliche Einstellungen im P-Modus:

  • ISO-Empfindlichkeit
  • Weißabgleich
  • Messmethode
  • Fokusmodus
  • Bildformat (RAW oder JPEG)

Nur Blende und Verschlusszeit bleiben (halb-)automatisch – du kannst aber durch die oben genannten Eingriffe den Bildlook gezielt beeinflussen.

Kameramodi Blende Verschlusszeit ISO

Der P-Modus ist perfekt, wenn es schnell gehen soll, du aber trotzdem etwas Kontrolle behalten möchtest. Für viele Situationen im Alltag oder auf Reisen ist dieser Modus ein praktischer Begleiter – deutlich flexibler als der AUTO-Modus.

Kamera & Blende – Begriffe wie Schärfentiefe & Bokeh-Effekt

Kameramodi – Zeitautomatik – A Modus [Av bei Canon]

Das A steht für „Aperture“ – also Blende. Im A-Modus (Zeitautomatik) legst du die Blende manuell fest, und die Kamera wählt automatisch die passende Verschlusszeit, um eine korrekte Belichtung zu erzielen. Du solltest dabei auch immer einen Blick auf die ISO-Einstellung werfen.

🧠 Wann ist dieser Modus sinnvoll?

Der A-Modus ist ideal, wenn die Schärfentiefe (also wie viel vom Bild scharf ist) im Vordergrund steht – zum Beispiel:

  • Offene Blende (z. B. f/1.8): Für Porträts mit schönem, unscharfem Hintergrund (Bokeh)
  • Geschlossene Blende (z. B. f/11): Für Landschaften mit durchgehender Schärfe

🔍 Was beeinflusst die Verschlusszeit in diesem Modus?

Die Kamera passt die Verschlusszeit an die gewählte Blende und den ISO-Wert an. Du hast zwei Möglichkeiten:

  • ISO manuell festlegen: Volle Kontrolle, aber erfordert Erfahrung.
  • ISO-Automatik aktivieren: Die Kamera hebt die ISO an, wenn es dunkel wird – aber Achtung:
    Bei hohen ISO-Werten kann das Bild anfangen zu rauschen.

📌 Tipp aus der Praxis:

Ich persönlich verwende den A-Modus (neben dem M-Modus) am häufigsten. Er bietet eine gute Balance zwischen Kontrolle und Komfort – besonders, wenn ich gezielt mit der Bildwirkung durch die Blende arbeiten will.

Nikon D850 / MB-D18 Multifunktions-Batterieteil
Vorne scharf und nach hinten wird’s unscharf, dadurch wird der Blick vom Betrachter im Bild auf das wesentliche geführt. Die Blende ist das wichtigste und einfachste Element einen Bildlook zu kreieren.

🔁 A-Modus für Zeitraffer – ja oder nein?

Häufig liest man, dass sich der A-Modus auch gut für Zeitrafferaufnahmen eignet – zum Beispiel bei Sonnenauf- oder -untergängen. Die Idee dahinter: Mit sinkender Sonne verlängert sich die Belichtungszeit automatisch, sodass das Bild im gesamten Ablauf gleichmäßig belichtet wirkt.

Klingt theoretisch sinnvoll – praktisch ist das Ergebnis aber oft enttäuschend. Die Kamera passt zwar die Belichtung nachträglich an, aber:

  • und es entstehen unsauberen Übergänge, die sich nur schwer korrigieren lassen.
  • die Helligkeitssprünge wirken oft unnatürlich,
  • der Weißabgleich kann schwanken,

Kameramodi – Blendenautomatik – S Modus [Tv bei Canon]

Das S steht für „Shutter“ (engl. für Verschluss), bei Canon heißt der Modus Tv (Time value). Der S-Modus ist das Gegenstück zum A-Modus: Du stellst die Verschlusszeit manuell ein, die Kamera wählt automatisch die passende Blende, um die richtige Belichtung zu erzielen.

🧠 Wann ist der S-Modus sinnvoll?

Immer dann, wenn du gezielt Einfluss auf die Bewegungsdarstellung im Bild nehmen möchtest:

  • Lange Verschlusszeiten (z. B. 1/4 s oder länger) → erzeugen Bewegungsunschärfe, z. B. bei fließendem Wasser oder Lichtspuren
  • Kurze Verschlusszeiten (z. B. 1/1000 s) → frieren Bewegung ein, z. B. bei Sport, Action, Wildlife
  • ISO
  • Weißabgleich
  • Fokusmodus
  • und andere Kameraeinstellungen manuell festlegen
  • Ausserdem kannst du die Belichtungskorrektur nutzen, um das Bild gezielt aufzuhellen oder abzudunkeln.

❗ Achtung:

Der S-Modus hat eine Schwäche: Wenn du eine sehr kurze Verschlusszeit wählst (z. B. 1/4000 s), kann es sein, dass die Kamera die passende Blende nicht weit genug öffnen kann – das Bild wird dann unterbelichtet. Umgekehrt kann bei sehr langen Verschlusszeiten die Blende nicht weit genug geschlossen werden, was zu Überbelichtung führen kann.

💬 Mein persönlicher Eindruck:

Ich selbst verwende den S-Modus so gut wie nie. Sogar in der Tierfotografie, wo kurze Verschlusszeiten oft entscheidend sind, greife ich lieber zum M-Modus mit Auto-ISO.

Kameramodi Blende Verschlusszeit ISO

Kamera Belichtungszeit

Kameramodi – Manuell – M Modus

Der M-Modus ist der Modus für maximale Kontrolle – und meine Kameras sind fast immer genau darauf eingestellt. Aber: Das war nicht immer so. Ich habe, wie viele andere auch, mit dem P-Modus angefangen, bin dann zum A-Modus gewechselt und erst später beim M-Modus gelandet. Wichtig ist: Der Weg dahin ist ein Prozess, kein Sprung.

Muss ich im M-Modus alles im Kopf haben?

Nein! Wer denkt, dass ich alle Einstellungen im Kopf berechne, liegt falsch.
Ich habe im A-Modus so viele Fotos gemacht, dabei immer auf Verschlusszeit und ISO geachtet, dass ich heute meist ein gutes Gefühl dafür habe, welche Einstellungen ungefähr passen könnten.

📷 Mein Workflow im M-Modus:

  1. Ich stelle Blende, Verschlusszeit und ISO nach Gefühl ein.
  2. Ich mache ein Testbild.
  3. Ich prüfe das Histogramm – nicht das Bild auf dem Display!
  4. Ich passe die Werte leicht an, bis mir Bild und Bildlook gefallen.

Die Sensoren heutiger Kameras – insbesondere bei DSLRs und spiegellosen Systemen – bieten einen enormen Dynamikumfang. Das bedeutet: 📉 Leicht unterbelichtete Aufnahmen lassen sich später im RAW-Konverter problemlos aufhellen, ohne dass wichtige Bildinformationen verloren gehen.

✅ Mein Ansatz: Lieber leicht unterbelichten, als überbelichten. Warum? Ein zu helles Bild mit ausgefressenen Lichtern lässt sich kaum noch retten – verlorene Helligkeitsinformationen im RAW sind weg. Im Gegensatz dazu lassen sich dunkle Bereiche meist noch sehr gut wiederherstellen.

➡️ Das Histogramm ist hier dein wichtigstes Werkzeug. Es zeigt dir genau, ob du zu stark unter- oder überbelichtest – viel zuverlässiger als das Kameradisplay.

Kameramodi Blende Verschlusszeit ISO

Hier mal ein Beispiel:

Adobe-RAW-Konverter-mit-Nikon-D850Adobe-RAW-Konverter-mit-Nikon-D850-Entwickelt

Links das Original aus der Kamera und rechts mit Photoshop die helligkeit hochgezogen [einfach den Balken schieben]

Ich muss aber zugeben, dass meine Kamera es mir ziemlich leichtmacht, den manuellen Modus zu benutzen. Die Nikon Kameras sind so einfach zu bedienen, das ich alle Parameter mit meiner rechten Hand anpassen kann. Zusätzlich benutze ich den Belichtungsbalken im Sucher oder auf dem Display die Kamera vor oder beim Fotografieren einzustellen.

D850-Display
D850-Display
 Optimale BelichtungUnterbelichtung um 1/3 LWÜberbelichtung um über 3 LW
Display
D850-optimale-Belichtung
D850-optimale-Belichtung-unterbelichtung
Sucher
D850-optimale-Belichtung-Sucher
D850-optimale-Belichtung-unterbelichtung-Sucher
D850-optimale-Belichtung-überbelichtung-Sucher

Dazu hat man bei Nikon noch die Möglichkeit im Menü gewisse Voreinstellungen über Gruppen vorzunehmen. Meine Gruppen und Einstellungen dazu findest du hier. Die sind für mich extrem wichtig,  um schnell meine Kamera auf gewissen Situationen anzupassen:

D810: Individual

  • Nikon D810 Menu und meine Grundeinstellungen > weiterlesen >
  • Nikon D5 Menu und meine Grundeinstellungen > weiterlesen >
  • Nikon D850 Menu und meine Grundeinstellungen > weiterlesen >
  • Nikon D600 Menu und meine Grundeinstellungen > weiterlesen >
  • Nikon Sony A7RMII Menu und meine Grundeinstellungen > weiterlesen >

Wie ich die Kameramodi AUTO, SCENE, P, A, S, M [Av, Tv] verwende

 PASMAUTOSCENE
Portraits ***
 X X  
Tiere **
 X X  
Schnappschuss **
X   XX
Landschaft   X  
Nacht X X  
Dämmerung X X  
Konzert **
XX X  
Sportevent **
  X   
StreetphotographyXX XX 
Architektur X X  
Gegenlicht X X  
People Photografie ***
 X X  
Studio (Blitz) X X  
Auf dem Schiff X X  
Zeitraffer   X *  
Nordlichter   X *  
Milchstrasse   X *  
in Räumen *** X X  
Vögel ** X X  
Tiere hinter Gittern X X  
Wasser/Wasserfälle *   X  

ohne * ich verwende alle Objektive / * manuelle Objektive ohne AF oder AF abstellen / ** immer mit AF Objektiven / *** mit & ohne Blitz

Vom Analogen zum Digitalen – Wie die Fotografie das Lernen revolutioniert hat

1. Fotografie in der analogen Zeit – begrenzte Chancen zum Üben

Früher war Fotografie ein kostspieliges Unterfangen. Ein Film enthielt meistens nur maximal 36 Bilder – und jeder einzelne Auslösevorgang war es wert, gut überlegt zu sein. Die meisten Fotografen haben ihre Motive sorgfältig ausgewählt, weil das Material teuer war und nicht einfach „weggeworfen“ werden konnte.

Wer also „mal eben“ ein Bild zum Üben machen wollte, musste sich zurückhalten. Jeder Versuch bedeutete Filmverbrauch und im schlimmsten Fall Enttäuschung, wenn das Ergebnis nicht wie erwartet war.

Außerdem gab es keine Möglichkeit, nachzuvollziehen, mit welchen Einstellungen das Bild entstanden war. Ein Foto war ein einmaliges Produkt – ohne Metadaten, ohne digitale Kontrolle. Für Lernende bedeutete das, dass Fortschritte oft nur schwer messbar oder nachvollziehbar waren.

2. Die digitale Revolution – grenzenloses Lernen und sofortige Kontrolle

Mit dem Wechsel zur digitalen Fotografie hat sich die Welt grundlegend verändert – und zwar zum Vorteil für jeden, der das Handwerk erlernen möchte:

  • Jedes Bild kann sofort nach der Aufnahme auf dem Kameradisplay angesehen werden. Man sieht direkt, ob die Belichtung, der Fokus oder die Bildgestaltung gelungen sind.
  • Einstellungen lassen sich innerhalb von Sekunden ändern. Man ist nicht mehr an einen Film gebunden oder muss warten, bis dieser entwickelt ist.
  • EXIF-Daten speichern alle relevanten Parameter wie Blende, Verschlusszeit, ISO, Weißabgleich und mehr. Dadurch lässt sich im Nachhinein genau nachvollziehen, wie ein Bild entstanden ist.
  • Unbegrenzte Anzahl an Aufnahmen ohne Mehrkosten. Das macht es möglich, auch mal zu experimentieren, Fehler zu machen und daraus zu lernen – ohne das Gefühl zu haben, Ressourcen zu verschwenden.

Diese Faktoren haben zu einer extrem steilen Lernkurve geführt: Wer sich Zeit nimmt und aufmerksam fotografiert, kann in kürzester Zeit enorme Fortschritte machen.

3. Die Komfortzone verlassen – Einstieg in die manuelle Fotografie

Noch nie war es so einfach, den Schritt weg vom Automatikmodus zu wagen und mehr Kontrolle über das Bild zu übernehmen. Die meisten Kameras bieten heute die Modi P, A, S und M, die einem erlauben, selbst kreativ zu gestalten.

Nicht nur Spiegelreflex- oder spiegellose Kameras ermöglichen das manuelle Fotografieren: Auch bei Smartphones ist es heute mit den richtigen Apps möglich, Blende, Verschlusszeit, ISO und Fokus manuell einzustellen.

Eine Empfehlung für iOS-Nutzer: Die App 645 PRO Mk III bietet umfangreiche manuelle Steuerungsmöglichkeiten und vermittelt sogar ein Gefühl, das an klassische analoge Kameras erinnert. Das ist ideal, um spielerisch zu lernen und sich an die manuellen Einstellungen zu gewöhnen.

4. Übung macht den Meister – der wichtigste Faktor

Manuelle Fotografie ist kein Hexenwerk, aber sie erfordert Übung. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, die Komfortzone zu verlassen und sich aktiv mit der Kamera auseinanderzusetzen.

Mein Tipp:

  • Geht regelmäßig raus und macht Fotos – auch wenn die Bedingungen nicht perfekt sind.
  • Probiert verschiedene Einstellungen aus und schaut euch die Ergebnisse kritisch an.
  • Nutzt das Histogramm, um eure Belichtung zu kontrollieren und zu verstehen.
  • Seid geduldig – die Fähigkeiten wachsen mit der Erfahrung.

Denn der Rest ist schlichtweg Übung, Übung und noch mehr Übung.

5. Hinweise zu meiner Kameraausrüstung und Objektivnutzung

Zum Schluss noch ein paar Hinweise zu meiner praktischen Arbeit mit der Kamera und den Objektiven:

  • Ich verwende sowohl manuelle Objektive ohne Autofokus als auch moderne Autofokus-Objektive.
  • Bei Autofokus-Objektiven schalte ich den Autofokus oft ab, wenn ich manuell scharfstellen möchte.
  • Je nach Situation fotografiere ich mit oder ohne Blitz, um den Bildlook gezielt zu beeinflussen.

Kameramodi Blende Verschlusszeit ISO

Fazit

Die Umstellung von analog auf digital hat die Fotografie revolutioniert – und vor allem das Lernen deutlich einfacher gemacht. Heute kann jeder ohne großes Risiko experimentieren, Fehler machen und aus diesen lernen. Manuelle Kameraeinstellungen sind keine Hürde mehr, sondern eine Einladung, kreativ zu werden.

Der Weg heraus aus dem Automatikmodus beginnt mit dem Willen zu lernen und der Bereitschaft, die Kamera bewusst einzusetzen. Es braucht Geduld und Übung – aber die Ergebnisse sind es wert.

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1 Comments:
  1. Nach jeder Aufnahme im M Modus verstellt sich die Belichtung, sowohl Blende als auch Verschlußzeit.
    Woran kann dies liegen

    Beyer · 22 September 2023

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