
EQUIPMENT / FOTOTASCHE
Seite aktualisiert: 07/2025
… auf dem Grossformatposter: „OHJE, das rauscht ja!“.
Genau hier wird deutlich, dass die Megapixelzahl zwar ein Faktor ist – aber eben nur einer von vielen. Ein tolles Foto entsteht nicht durch die Technik allein, sondern durch das Zusammenspiel von Bildgestaltung, Licht, Timing und natürlich Erfahrung. Es ist ein wenig wie beim Kochen: Nur weil jemand ein teures Messer hat, bedeutet das nicht automatisch, dass das Essen besser schmeckt.
Diese Faszination für Technik, das Vergleichen und der Glaube, das nächste Gerät würde einen automatisch zu einem besseren Fotografen oder Filmemacher machen, ist tief verankert – nicht zuletzt durch clevere Marketingkampagnen, YouTube-Vergleichsvideos und soziale Medien. Es ist ein Spiel zwischen Wunsch und Vernunft.
Diese Faszination für Technik, das Vergleichen und der Glaube, das nächste Gerät würde einen automatisch zu einem besseren Fotografen oder Filmemacher machen, ist tief verankert – nicht zuletzt durch clevere Marketingkampagnen, YouTube-Vergleichsvideos und soziale Medien. Es ist ein Spiel zwischen Wunsch und Vernunft.
Aber wer wirklich mit Herz und Auge fotografiert oder filmt, weiss: Die beste Kamera ist die, die man dabei hat – und das beste Bild ist das, das Emotionen auslöst, egal mit welchem Sensor es eingefangen wurde.
Fazit
Warum Technik nicht alles ist – aber manchmal eben doch Spass macht.
Die Diskussionen rund um das „richtige“ Equipment reissen einfach nicht ab. Ob in Foren, auf YouTube oder in Gesprächen mit Fotofreunden – immer wieder dreht sich alles um die neueste Kamera, das lichtstärkste Objektiv oder die Frage, ob man nun doch auf Vollformat umsteigen sollte. Und ja, auch ich lasse mich hin und wieder von dieser Technikverliebtheit anstecken – obwohl ich es besser wissen müsste.
Denn, Hand aufs Herz: Das beste Bild entsteht nicht im Kameragehäuse, sondern im Kopf. Und trotzdem: Wir lieben unser Equipment. Es ist unsere kreative Verlängerung, unser Werkzeug, unser Spielzeug. Und irgendwie macht es einfach Spass, sich damit zu beschäftigen.
Heute möchte ich euch deshalb einen kleinen Einblick geben, was aktuell in meiner Fototasche steckt – und warum. Nicht, weil ich glaube, dass man genau diese Ausrüstung braucht, um gute Fotos zu machen. Sondern weil ich glaube, dass jeder seinen eigenen Weg zur passenden Ausrüstung findet – abhängig von Stil, Vorlieben und Budget.
📸 Die Essenz der Fotografie – und warum Equipment nicht alles ist
Was alle Kameras – von der Plattenkamera aus dem 19. Jahrhundert bis hin zum modernsten Smartphone – gemeinsam haben, ist ein simples Prinzip:
Ein gutes Bild entsteht durch den Blick für den Moment.
Kameraeinstellungen wie Blende, Verschlusszeit und ISO sind seit jeher die Werkzeuge, mit denen wir Licht formen und unsere Sicht auf die Welt festhalten. Diese Grundlagen haben sich nie geändert – nur das Drumherum ist komplexer, digitaler, oft auch schneller geworden.
Und dennoch: Wir alle kennen diese Situation, in der ein Foto auf dem Smartphone einen echten Wow-Effekt auslöst – überraschend stark, emotional, ästhetisch. Dann kommt oft der ungläubige Blick:
„Mit dem Smartphone geschossen – echt jetzt?“
Doch spätestens bei der Präsentation auf einem grossen 4K-Fernseher oder im Druck offenbart sich manchmal die Grenze:
- Smartphone: „WOW“
- 4K-TV: „Na ja, geht so.“
- Druck fürs Familienbuch: „Schön!“
- 2,40 m x 1,20 m Wohnzimmer-Print: „Uff, das rauscht ja ganz schön…“
An diesem Punkt merkt man, dass Auflösung, Sensorgrösse und Objektiv doch eine Rolle spielen – aber eben nur in Relation zur Bildverwendung.
Und deshalb habe ich für mich einige Equipment-Regeln aufgestellt, die mir helfen, nicht jeder Technikspielerei hinterherzurennen und gleichzeitig mit Freude kreativ zu bleiben:
🥣 Mein „Linseneintopf“ – oder: Warum ich (zu) viele Objektive habe
Wer viel fotografiert – oder einfach gerne Technik anschaut – kennt das Problem:
Man kauft Objektive, wie andere Leute Gewürze.
Ein bisschen hiervon, ein bisschen davon – könnte ja mal passen. Und plötzlich hat man eine ganze Sammlung in der Tasche… Willkommen in meinem „Linseneintopf“.
Eine vollständige Liste all meiner Objektive würde an dieser Stelle definitiv den Rahmen sprengen – denn, wie du dir vielleicht denken kannst, hat sich über die Jahre so einiges angesammelt. Wenn dich meine Auswahl im Detail interessiert, dann schau gern in meine Blogeinträge zum Thema Objektivtests rein oder folge dem Link unten zu meiner Objektivübersicht. Dort findest du ausführliche Erfahrungsberichte, Beispielbilder und ganz persönliche Eindrücke zu den Linsen, die ich regelmäßig im Einsatz habe.
Was ich an dieser Stelle aber verraten kann: Ich arbeite heute fast ausschliesslich mit Festbrennweiten – einfach weil sie mir in Bildqualität, Lichtstärke und Bildwirkung das geben, was ich suche.
An der Nikon Z8 nutze ich sowohl meine bewährten F-Mount-Objektive mit Adapter, als auch die neuen Z-Objektive, die mich gerade bei Schärfe, Geschwindigkeit und Abbildungsleistung immer wieder überraschen.
An der Leica setze ich vorrangig auf SUMMILUX-Versionen, die alle bei Blende f/1.4 starten – perfekt für Available-Light, feines Bokeh und diese besondere Tiefe, die man schwer beschreiben, aber sofort erkennen kann.
Leica 16-18-21mm f/4 Tri-Elmar – Superweitwinkel
Kamera
Je nach Projekt und Einsatzzweck habe ich mich für ein Kameramodell entschieden. Ob ich mir eine Neue zulege und oder eine andere ersetze hängt nicht vom Pixelwahn ab, sondern eher, ob eine Funktion fehlt, eine Kamera alleine reicht mir leider nicht!
Nikon D5 > verkauft
Nikon D810 > habe ich noch aber verwende sie kaum.
Nikon D600 habe ich umbauen lassen für die Infrarotfotografie (das war meine erste FX Kamera)
Sony A7RMII > verwende ich kaum noch.
Nikon D850 > verkauft und gegen eine Z7 eingetauscht
Du wirst vielleicht bemerkt haben, dass ich kein Wort über Pixelzahlen verloren habe. Das hat einen einfachen Grund: Für meine Einsatzzwecke spielen Megapixel nur eine untergeordnete Rolle.
Die meisten aktuellen Kameras – ob Vollformat, APS-C oder sogar Smartphones – liefern längst mehr als genug Auflösung für Web, Social Media, Drucke im Buchformat oder Präsentationen auf dem Bildschirm. Klar, wer gross druckt oder für Magazine wie People, Vogue oder riesige Plakatwände produziert, braucht mehr – aber dann reden wir auch von ganz anderen Budgets.
Sollte dieser Fall eintreten (und jemand legt das nötige Kleingeld auf den Tisch 😉), dann würde ich wahrscheinlich sowieso in ein digitales Mittelformat investieren – vielleicht eine Hasselblad oder Phase ONE. Für Bewegtbild-Projekte mit Kinopotenzial? Ganz klar: RED oder ARRI. Aber bis dahin gilt: Was ich habe, reicht völlig – und zwar mit Abstand.
Kurz gesagt, ich habe mich von allen relativen aktuellen Nikon DSLR Modellen getrennt, solange es noch etwas Kleingeld dafür gab. Aktuell habe ich nur noch drei Kameras, alle anderen liegen im Regal als Briefbeschwerer, im Wesentlichen deswegen, weil ein Verkauf keinen Sinn ergibt.
Diverses
📍 Stative – mein treuer Begleiter
Ohne Stativ? Fotografiere ich fast nie. Egal ob Langzeitbelichtung, Available Light, Video, Zeitraffer oder einfach präzise Bildkomposition – für mich gehört ein Stativ zur Grundausstattung, genauso wie die Kamera selbst.
Meine Devise: Stabil muss es sein. Leicht muss es sein. Punkt. Deshalb verwende ich ausschliesslich Carbon-Stative – sie vereinen Robustheit mit geringem Gewicht und sind auf Reisen genauso verlässlich wie im Studio oder draussen bei Wind und Wetter.
Ich habe immer eines dabei – auch wenn es nur ein kleines Reisestativ ist. Denn oft macht genau das den Unterschied zwischen einem knapp okayen Foto und einem wirklich sauberen Ergebnis.
Kurz gesagt:
Ein gutes Stativ ist für mich kein optionales Zubehör – es ist Pflicht. Es gibt kaum ein Werkzeug, das in so vielen fotografischen Situationen so viel bringt – und doch so oft unterschätzt wird.
🧿 Filter – wenn, dann mit Sinn
Filter? Ja – aber nur dann, wenn sie wirklich notwendig sind.
Bei mir kommen sie fast ausschliesslich bei Zeitraffern und Landschaftsaufnahmen zum Einsatz – konkret, wenn ich mit ND-Filtern längere Belichtungen erzielen oder Bewegungen sichtbar machen will (z. B. fliessendes Wasser, ziehende Wolken oder Menschenströme).
Aber sonst? Kein Glas vorm Glas. Weder UV-Filter noch „Schutzfilter“. Ich verzichte bewusst darauf, auch wenn es gut gemeint ist. Meine Philosophie: Jedes zusätzliche Glaselement verändert das Bild – sei es durch Reflexionen, Mikro-Kontraste oder Farbverschiebungen. Warum also mein gutes Objektiv künstlich „abdecken“, wenn ich es doch gerade wegen seiner optischen Qualität gekauft habe?
Selbst der Schutzaspekt ist für mich kein Argument. Lieber achtsam mit dem Equipment umgehen, als die Bildqualität durch eine zusätzliche Schicht zu gefährden.
💡 Available Light statt Blitzgewitter
Ich gebe es offen zu: In rund 90 % aller Lebenslagen verzichte ich bewusst auf Blitzlicht.
Warum? Weil das natürliche Licht – egal ob draussen oder drinnen – für mich meist stimmungsvoller, authentischer und schlicht interessanter ist. Ich liebe es, mit dem vorhandenen Licht zu arbeiten. „Available Light“ ist für mich kein Kompromiss, sondern ein Stilmittel.
Wenn es mal eng wird mit dem Licht, dann greife ich lieber zum Stativ, statt die ISO in absurde Höhen zu schrauben. Mein persönlicher Sweet Spot liegt bei ISO 50 bis 1200 – das deckt 90 % meiner Shootings ab. Bei Sport oder Tierfotografie, wo Geschwindigkeit wichtiger ist als Rauschfreiheit, gehe ich mal bis ISO 6400, aber das bleibt die Ausnahme.
Hier findest Du Equipments aus meiner Fototasche.
Nic-o-Tilt - Pan und Tilt Set














































